Die Krone der Dunkelheit – Laura Kneidl

Dieses Buch habe ich innerhalb eines Lesezirkels bei Goodreads gelesen.

Das Buch-Cover mit dem Titel "Die Krone der Dunkelheit" von Laura Kneidl.

Titel: Die Krone der Dunkelheit
Autor: Laura Kneidl
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung:  02.10.2018
ISBN: 9783492705264
Seitenanzahl: 630

Photo by Piper

Handlung (Goodreads):

Magie ist in Thobria, dem Land der Menschen, verboten – doch Prinzessin Freya wirkt sie trotzdem. Und das nicht ohne Grund. Vor Jahren wurde ihr Zwillingsbruder entführt und seitdem versucht Freya verzweifelt, ihn zu finden. Endlich verrät ihr ein Suchzauber, wo er sich aufhält: in Melidrian, dem sagenumwobenen Nachbarland, das von magischen Wesen und grausamen Kreaturen, den Elva, bewohnt wird. Gemeinsam mit dem unsterblichen Wächter Larkin begibt sich Freya auf den Weg dorthin und muss ungeahnten Gefahren ins Auge blicken.

Zur selben Zeit setzt die rebellische Ceylan alles daran bei den Wächtern aufgenommen zu werden, welche die Grenze zwischen Thobria und Melidrian schützen. Ihr gesamtes Dorf wurde einst von blutrünstigen Elva ausgelöscht, und Ceylan sehnt sich nicht nur nach Rache, sondern möchte auch um jeden Preis verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht. Doch ihr Ungehorsam bringt sie bei den Wächtern immer wieder in Schwierigkeiten, bis sie schließlich bestraft wird: Sie soll als Repräsentantin an der Krönung des Fae-Prinzen teilnehmen. Dafür muss sie nach Melidrian reisen, in ein Land, in dem es vor Feinden nur so wimmelt.

Und während sich die beiden Frauen ihrem Schicksal stellen, regt sich eine dunkle Macht in der Anderswelt, welche Thobria und Melidrian gleichermaßen bedrohen wird …

Review:

Gleich zu Beginn des Buches ist mir die außergewöhnliche Erzählweise aufgefallen: Nachdem die Story zunächst aus der Sicht von Freya und Ceylan beschrieben wird, kommen im Laufe der Geschichte weitere fesselnde Perspektiven hinzu. Diese Art des Storytellings hat mich schnell in die Geschichte eintauchen lassen und mir geholfen, die Motive hinter den Entscheidungen der Charaktere besser zu verstehen.

Durch den flüssigen Schreibstil bin ich trotz des großen Seitenumfangs sehr schnell vorangekommen und teilweise fast durch die Seiten geflogen. Allerdings gab es ab der Mitte des Buches die ein oder andere ausschmückende Stelle, die wenig zur Hauptstory beigetragen und die Geschichte dadurch etwas in die Länge gezogen hat.

Im Hinblick auf die Charaktere hat mir vor allem die Perspektive von Ceylan gefallen. Obgleich sie in ihrer Vergangenheit einen schweren Schicksalsschlag erleben musste, hat sie eine unglaublich starke Persönlichkeit und gibt trotz mehrerer Rückschläge nicht auf, ihren Traum, eine Wächterin zu werden, zu verwirklichen. Auch Freya hat mir als zweite Protagonistin sehr gut gefallen. Zumal sie anfangs sehr zerbrechlich und schwach dargestellt wird, entwickelt sie sich während der Reise nach Melidrian zu einer begabten Magierin. Nicht zuletzt durch die wunderschönen Illustrationen, welche übrigens hervorragend zu den einzelnen Persönlichkeiten gepasst haben, wirkten alle Charaktere sehr authentisch und interessant. Zudem haben mich die beiden angedeuteten Liebesgeschichten ein wenig zum schmunzeln gebracht und mir definitiv Lust auf den zweiten Teil der Reihe gemacht.

Nun zu meinem Kritikpunkt: Meines Erachtens nach hat Ceylan ihren Unmut gegenüber den Fae (magisches Volk der Seelige und Unseelige) zu oft kundgetan – spätestens nach der dritten Erwähnung war es offensichtlich, dass sie die beiden magischen Völker nicht leiden kann. Die repetitiven Aussagen ließen Ceylan leider ziemlich nervtötend wirken.

*Spoiler Anfang*

Es gibt einige interessante Gedankengänge zum Thema Unsterblichkeit („Immortalität“) die mir aufgefallen sind: Die magischen Völker werden ihrer Immortalität überdrüssig. Sie können ihr Leben im Gegensatz zum endlichen Leben der Menschen nicht in vollen Zügen genießen . Der Anbruch eines neuen Tages hat für sie kaum noch eine Bedeutung, da sie im Vergleich zu einem sterblichen Leben keine Angst haben müssen, ihre Lebenszeit auf Erden vergeudet zu haben. Die Unsterblichkeit im Buch hat allerdings den Twist, dass sie insofern nur auf eine bestimmte Sache beschränkt ist. Die Fae können zwar keines natürlichen Todes sterben (Altern sehr langsam, werden nie krank, etc.), z.B. durch eine magische Waffe jedoch sehr wohl getötet werden. In der Welt der Menschen gibt es wiederum Personen, wie z.B. Elroy, welche sich nach einem solchen immortalen Leben sehnen und alles dafür tun würden um es zu bekommen.

Auch im Hinblick auf soziale Bindungen unterscheiden sich die magischen Völker aufgrund ihrer Unsterblichkeit von den Menschen: Da sie sich auch der monogamischen Lebensweise überdrüssig geworden sind, gehen sie zumeist mit mehreren Fae gleichzeitig eine Beziehung ein, während in der Welt der Menschen ein solches Verhalten eher unüblich ist und gesellschaftlich verachtet wird.

Aus diesem Grund hat letztlich auch die Krönung des neuen Königs bei dem Volk der Fae eine solch große Bedeutung. Die Fae langweilen sich ab einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem unendlichen Leben einfach derart, dass sie sogar den Tag der königlichen Krönung ihres verhassten Kronprinzen herbeisehnen.

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In Bezug auf unsere heutige Gesellschaft lassen sich in der Gier nach Unsterblichkeit einige Parallelen dazu feststellen. Durch die moderne Medizin wird es uns zunehmend möglich ein höheres Alter zu erreichen und Krankheiten zu überwinden, gegen die unsere Vorfahren keine Chance hatten. Die Sehnsucht nach Unsterblichkeit ist somit in unserem heutigen Leben nichts ungewöhnliches mehr. Die Geschichte hinterlässt letztlich einen Ausblick darüber, dass Unsterblichkeit nicht automatisch auch ein Garant für ein glücklicheres Leben sein muss.

*Spoiler Ende*

Fazit:

Abschließend hat mir dieses Buch wirklich sehr gut gefallen! Die magische Welt hat mich sprichwörtlich in ihren Bann gezogen und durch das offene Ende will ich nun unbedingt wissen, wie es in Band 2 („Magieflimmern“) weiter gehen wird. Nichtsdestotrotz muss ich jedoch einen Stern abziehen, da es ab der Mitte des Buches etwas schleppend wurde und ich Ceylans feindseliges Verhalten gegenüber den Fae stellenweise übertrieben fand. Dies hat sich jedoch ab dem letzten Drittel des Buches wieder gänzlich gelegt, indem die Geschichte wieder ordentlich Spannung aufgebaut hat. Aus meiner Sicht ist es eine Geschichte, die mich auch noch Tage nach beenden des Buches beschäftigt und zum Nachdenken angeregt hat. Aus diesem Grund verleihe ich dem Buch wohl verdiente 4 Sterne!

Bewertung:

4/5 Sterne ★★★★☆

2 Antworten auf „Die Krone der Dunkelheit – Laura Kneidl“

  1. Hallöchen,

    eine sehr schöne Rezension! Vor allem gefällt es mir, dass du einen Bezug zur heutigen Zeit geschaffen hast und praktisch auch bisschen philosophiert hast 🙂 Macht es irgendwie persönlicher.
    Jetzt aber zum Buch: Ich war mir nicht sicher, ob ich es mir holen soll, oder nicht. An sich klingt es interessant aber ich hatte „Angst“ das die Umsetzung nicht so gelungen ist… Wie es aber klingt, ist sie sehr wohl gelungen. Was das wiederholte erwähnen von einem Satz angeht: Sowas regt mich auch auf. Vor allem, wenn man es auf einer Seite gefühlt 10 Mal liest.

    Liebe Grüße

    Alisia

    1. Danke schön! Ich muss bei diesem Buch auch selber zugeben, dass ich es mir zunächst unsicher war es zu holen. Da ich es aber innerhalb eines Lesezirkels gelesen hatte und es damals mein erster Lesezirkel war, habe ich mich dann doch dafür entschieden.
      Hinterher kann ich nun sagen, dass ich es definitiv nicht bereut habe und die Reihe auch weiterlesen werde 🙂

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